14 Min. Lesezeit26. Juli 2026

Beste Sparzinsen im Vergleich 2026

Stand: [Monat] 2026. Sparzinsen bewegen sich ständig, manche Anbieter passen ihre Konditionen im Wochenrhythmus an. Alle Zahlen und Anbieternamen in diesem Artikel sind deshalb als Platzhalter gekennzeichnet und dienen nur zur Illustration. Prüfe die aktuellen Konditionen immer direkt beim jeweiligen Anbieter, bevor du ein Konto eröffnest.

Worum es hier geht: Wie Tagesgeld und Festgeld funktionieren, wovon die Höhe der Zinsen abhängt, wie viel nach Steuern wirklich übrig bleibt, wie sicher dein Geld ist und mit welcher Strategie du mehr herausholst, ohne dich langfristig zu binden. Kein Werbetext, keine Empfehlung für eine bestimmte Bank, sondern das Handwerkszeug, mit dem du Angebote selbst bewerten kannst.

Am Ende weißt du, warum ein Lockangebot mit hohem Neukundenzins nicht automatisch das beste Angebot ist, und warum die Differenz zwischen zwei Anbietern bei größeren Summen schnell dreistellig wird. Wenn du deine eigenen Beträge durchrechnen willst, nimm dazu den Zinsrechner zur Hand.

Aktuelle Sparzinsen im Überblick

Die folgende Tabelle ist eine Vorlage. Trag hier die Konditionen ein, die du beim Vergleich findest, und notiere unbedingt das Datum. Ein Zinsvergleich ohne Datumsangabe ist wertlos, weil er nach ein paar Wochen niemanden mehr interessiert.

Stand: [Monat/Jahr einfügen]. Angaben ohne Gewähr, bitte beim Anbieter prüfen.

AnbieterProduktZinssatz p. a.BedingungenEinlagensicherung
[BANKNAME]Tagesgeld Neukunden[X,XX %][Zinsgarantie X Monate, max. Anlagebetrag][Land, gesetzlich]
[BANKNAME]Tagesgeld Bestandskunden[X,XX %][ohne Aktionsfrist][Land, gesetzlich]
[BANKNAME]Festgeld 12 Monate[X,XX %][Mindestanlage X Euro][Land, gesetzlich]
[BANKNAME]Festgeld 24 Monate[X,XX %][Mindestanlage X Euro][Land, gesetzlich]
[BANKNAME]Festgeld 36 Monate[X,XX %][Mindestanlage X Euro][Land, gesetzlich]
[BANKNAME]Sparbuch Filialbank[X,XX %][Kündigungsfrist 3 Monate][Deutschland, gesetzlich]

Was dir beim Ausfüllen sofort auffallen wird: Filialbanken und Sparkassen zahlen auf klassische Sparbücher meist einen Bruchteil dessen, was Direktbanken und ausländische Anbieter über Zinsplattformen bieten. Das ist kein Zufall, sondern Geschäftsmodell. Eine Bank mit teuren Filialen und Beratern muss diese Kosten irgendwo einspielen.

Achte beim Eintragen auch auf die Kleingedruckten hinter jeder Zahl. Ein Zinssatz gilt oft nur bis zu einer bestimmten Anlagesumme, häufig 50.000 oder 100.000 Euro. Was darüber liegt, wird deutlich schlechter oder gar nicht verzinst. Und viele Aktionszinsen laufen nach drei oder sechs Monaten aus, ohne dass dich jemand daran erinnert.

Tagesgeld oder Festgeld, was passt zu dir?

Der Unterschied ist schnell erklärt. Beim Tagesgeld kommst du jederzeit an dein Geld, der Zinssatz ist dafür variabel und kann sich jederzeit ändern. Beim Festgeld legst du dich auf eine feste Laufzeit fest, bekommst dafür aber einen garantierten Zins bis zum Ende.

Für welche Variante du dich entscheidest, hängt weniger von der Rendite ab als von der Frage, wann du das Geld brauchst.

Tagesgeld passt für alles, was kurzfristig abrufbar bleiben soll. Die Rücklage für die Nebenkostenabrechnung, das Polster für die Autoreparatur, das angesparte Urlaubsbudget. Auch für Geld, das später in eine größere Anschaffung fließen soll, deren Termin noch nicht feststeht.

Festgeld passt, wenn du sicher weißt, dass du die Summe eine Weile nicht anfassen musst. Klassisch: Geld, das in zwei Jahren als Eigenkapital in eine Immobilie fließt, oder ein Erbe, das erst mal geparkt werden soll. Wer eine Finanzierung plant, sollte übrigens gleich mitrechnen, wie sich die Eigenkapitalquote auf die Rate auswirkt, das geht schnell mit dem Kreditrechner.

Ein Detail, das viele übersehen: Festgeld ist während der Laufzeit in der Regel wirklich gesperrt. Manche Banken lassen eine vorzeitige Auflösung zu, meist mit einer kräftigen Zinskürzung, andere gar nicht. Wenn du dir nicht hundertprozentig sicher bist, teile die Summe lieber auf.

Und noch etwas: In Phasen, in denen die Märkte mit sinkenden Zinsen rechnen, kann Festgeld über zwölf oder vierundzwanzig Monate mehr bringen als Tagesgeld, weil du dir das aktuelle Niveau sicherst. Umgekehrt ist Tagesgeld im Vorteil, wenn die Zinsen steigen. Niemand kann das zuverlässig vorhersagen, deshalb fahren die meisten mit einer Mischung am besten.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Leserin hatte 15.000 Euro auf dem Girokonto liegen, weil sie irgendwann eine Küche kaufen wollte, aber noch kein Datum hatte. Auf dem Girokonto gab es null Zinsen. Dieselbe Summe auf einem ordentlichen Tagesgeldkonto hätte in zwei Jahren einen mittleren dreistelligen Betrag gebracht, ohne dass sie irgendeine Flexibilität verloren hätte. Genau solche Fälle sind der Grund, warum Tagesgeld überhaupt Sinn ergibt. Nicht als Renditemaschine, sondern als Standardparkplatz für Geld, das sonst einfach nur herumliegt.

Wovon hängt die Höhe der Sparzinsen ab?

Ganz oben steht die Geldpolitik. Die Europäische Zentralbank legt die Leitzinsen fest, und daran orientiert sich, was Banken untereinander und bei der Zentralbank für Geld bezahlen. Steigt der Leitzins, ziehen die Sparzinsen nach, meist mit ein paar Wochen Verzögerung. Sinkt er, geht es umgekehrt, und zwar erfahrungsgemäß deutlich schneller.

Der zweite Faktor ist der Anbieter selbst. Banken zahlen dann gute Zinsen, wenn sie Kundengelder brauchen, etwa weil sie ihr Kreditgeschäft ausbauen wollen oder frisch am deutschen Markt sind. Ein Institut mit Einlagenüberschuss hat keinen Grund, um dein Geld zu werben. Deshalb tauchen in Vergleichen so oft Namen auf, die man vorher nie gehört hat.

Dann die Sparform. Tagesgeld liegt fast immer über dem klassischen Sparbuch, Festgeld über Tagesgeld, und je länger die Bindung, desto höher normalerweise der Satz. Normalerweise. Es gibt Marktphasen mit einer inversen Struktur, in denen kurze Laufzeiten mehr bringen als lange, weil alle mit fallenden Zinsen rechnen.

Auch die Laufzeit und die Summe spielen mit. Manche Anbieter staffeln nach Anlagebetrag, andere zahlen Aktionszinsen nur bis zu einer Obergrenze.

Was oft vergessen wird: Der Nominalzins allein sagt wenig. Entscheidend ist, was nach Inflation übrig bleibt. Bei 2,5 Prozent Zinsen und 2,2 Prozent Teuerung ist dein realer Zugewinn winzig, und nach Steuern kann er sogar negativ sein. Das ist kein Argument gegen Sparen, aber gegen die Illusion, Tagesgeld würde Vermögen aufbauen. Wie stark die Kaufkraft über die Jahre schrumpft, zeigt dir der Inflationsrechner recht schonungslos.

Interessant ist auch das Timing. Banken senken Sparzinsen erfahrungsgemäß schneller, als sie sie anheben. Wenn die EZB an der Zinsschraube dreht, dauert es bei Anhebungen oft Wochen, bis sich das in den Angeboten zeigt, bei Senkungen manchmal nur Tage. Das ist kein Vorwurf, sondern schlicht betriebswirtschaftliche Logik, aber es erklärt, warum du in Phasen steigender Zinsen mit etwas Geduld bessere Angebote findest.

Neukundenzins vs. Dauerzins, worauf du achten solltest

Die meisten Spitzenplätze in Vergleichen belegen Aktionsangebote. Vier oder sechs Monate lang gibt es einen attraktiven Satz, danach fällt das Konto auf den Bestandskundenzins zurück, der manchmal nur noch ein Drittel davon beträgt.

Das ist nicht verwerflich, solange du es weißt. Problematisch wird es, wenn du das Geld danach liegen lässt und dich ein Jahr später wunderst, warum die Zinsgutschrift so mickrig ausfällt.

Drei Dinge helfen dagegen. Erstens: Trag dir das Ende der Aktionsfrist direkt bei der Kontoeröffnung in den Kalender ein, mit zwei Wochen Vorlauf. Zweitens: Schau nach, welchen Zins die Bank ihren Bestandskunden zahlt, denn das ist der Satz, den du am Ende bekommst. Drittens: Rechne aus, ob sich der Wechsel überhaupt lohnt. Bei 5.000 Euro und einem halben Prozentpunkt Unterschied reden wir über 25 Euro im Jahr vor Steuern. Ob dir das den Aufwand einer Kontoeröffnung wert ist, entscheidest du.

Bei 60.000 Euro sieht die Sache anders aus, da sind es 300 Euro. Solche Differenzen lassen sich in zwei Minuten mit dem Prozentrechner überschlagen, bevor du dich in ein Eröffnungsformular setzt.

Es gibt auch die Gegenrichtung: Anbieter, die keine Lockangebote fahren, sondern konstant solide Konditionen bieten und alle Kunden gleich behandeln. Die stehen selten ganz oben in den Vergleichstabellen, sind für Leute ohne Lust auf Hopping aber oft die bessere Wahl.

Vorsicht bei Konditionen, die an ein Girokonto, einen Wertpapierdepotwechsel oder einen Sparplan gekoppelt sind. Solche Kombiangebote rechnen sich nur, wenn du das Zusatzprodukt ohnehin wolltest.

Wer Lust auf das sogenannte Zinshopping hat, kann durchaus ein paar Hundert Euro pro Jahr herausholen. Realistisch ist das aber nur, wenn du dir Fristen notierst und Kontoeröffnungen nicht als Zumutung empfindest. Für alle anderen gilt: ein solider Dauerzins ohne Aktionsgeschrei bringt über fünf Jahre gerechnet oft mehr als drei halbherzig verfolgte Lockangebote.

Ist mein Geld sicher? Einlagensicherung erklärt

In der Europäischen Union gilt eine gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Kunde und pro Bank. Geht ein Institut pleite, bekommst du bis zu dieser Grenze dein Geld zurück, üblicherweise innerhalb weniger Arbeitstage. Bei Gemeinschaftskonten gilt der Betrag pro Person, also bis zu 200.000 Euro für ein Paar.

Zwei Punkte sind dabei wichtiger, als sie klingen.

Erstens: Die Grenze gilt pro Bank, nicht pro Konto. Wenn du bei einem Institut Tagesgeld, Festgeld und ein Girokonto führst, werden alle Guthaben zusammengezählt. Drei Konten bei derselben Bank bringen keine dreifache Absicherung.

Zweitens: Die Bankenlizenz entscheidet, welches Land haftet. Wenn du über eine Zinsplattform bei einer Bank in einem anderen EU-Land anlegst, springt im Ernstfall dessen Sicherungssystem ein. Das ist rechtlich gleichwertig, praktisch aber eine Frage, wie leistungsfähig der jeweilige Einlagensicherungsfonds ist. Deshalb schauen viele Sparer zusätzlich auf die Bonität des Sitzlandes.

In Deutschland kommt bei privaten Banken oft eine freiwillige institutssichernde Einlagensicherung obendrauf, die weit über die gesetzlichen 100.000 Euro hinausgeht. Sparkassen und Genossenschaftsbanken arbeiten mit einer Institutssicherung, die im Grundsatz das ganze Institut stützt, bevor es überhaupt zum Entschädigungsfall kommt. Auf diese freiwilligen Systeme besteht allerdings kein individueller Rechtsanspruch in der gleichen Form wie auf die gesetzliche Sicherung.

Die praktische Konsequenz für größere Vermögen: aufteilen. Wer 250.000 Euro sicher parken will, verteilt sie auf mehrere Institute, statt sich auf freiwillige Zusatztöpfe zu verlassen. Etwas Papierkram, dafür ruhiger Schlaf.

Nicht abgesichert sind übrigens Wertpapiere, aber die brauchen es auch nicht: Aktien, Anleihen und Fondsanteile im Depot gehören dir, die Bank verwahrt sie nur. Bei einer Bankpleite werden sie herausgegeben, nicht in die Insolvenzmasse gezogen.

Ein kurzer Realitätscheck zum Schluss dieses Abschnitts: Entschädigungsfälle sind in Deutschland selten, und die gesetzliche Sicherung hat in den vergangenen Jahrzehnten funktioniert. Panik ist also unangebracht. Trotzdem gilt die alte Regel, dass man Sicherheiten dann organisiert, wenn man sie nicht braucht, und nicht dann, wenn Schlagzeilen erscheinen.

Steuern auf Sparzinsen, was bleibt netto übrig?

Zinserträge sind Kapitalerträge, und darauf fällt Abgeltungsteuer an: 25 Prozent, dazu 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Steuer selbst, plus gegebenenfalls Kirchensteuer. Ohne Kirchensteuer liegt die Gesamtbelastung bei rund 26,375 Prozent.

Vorher greift der Sparerpauschbetrag. Er liegt bei 1.000 Euro pro Person und Jahr, bei zusammen veranlagten Ehepaaren bei 2.000 Euro. Bis zu dieser Grenze bleiben Kapitalerträge steuerfrei, aber nur, wenn du einen Freistellungsauftrag erteilt hast. Ohne diesen Auftrag führt die Bank die Steuer trotzdem ab, und du holst sie dir erst über die Steuererklärung zurück. Ärgerlich und völlig vermeidbar.

Ein Rechenbeispiel. Du hast 40.000 Euro zu 2,8 Prozent angelegt, das ergibt 1.120 Euro Zinsen im Jahr. Vom Pauschbetrag gedeckt sind 1.000 Euro, steuerpflichtig bleiben 120 Euro. Darauf 26,375 Prozent macht rund 32 Euro Steuer. Netto bleiben also etwa 1.088 Euro.

Bei mehreren Banken musst du den Freistellungsauftrag aufteilen. Die Summe aller Aufträge darf 1.000 Euro nicht übersteigen, sonst gibt es Post vom Bundeszentralamt für Steuern. Wer bei drei Instituten spart, verteilt den Betrag sinnvollerweise dort, wo die höchsten Erträge anfallen.

Bei ausländischen Banken ohne deutsche Zweigstelle wird keine Abgeltungsteuer einbehalten. Du musst diese Zinsen dann selbst in der Steuererklärung angeben, in der Anlage KAP. Vergessen ist keine Option, die Meldewege zwischen den Finanzverwaltungen funktionieren inzwischen zuverlässig. Wenn du dich generell mit deiner Steuerlast beschäftigst, lohnt ein Blick auf die Steuerklassen, denn sie bestimmen dein monatliches Netto weit stärker als jeder Sparzins.

Für Menschen mit sehr niedrigem Einkommen gibt es die Nichtveranlagungsbescheinigung. Damit bleiben Kapitalerträge auch oberhalb des Pauschbetrags steuerfrei, sofern das Gesamteinkommen unter dem Grundfreibetrag liegt. Praktisch für Studierende und für Kinderdepots.

Festgeldtreppe, eine Strategie für mehr Flexibilität

Die Festgeldtreppe löst das Grundproblem des Festgelds: Du willst gute Zinsen, aber nicht dein komplettes Geld für Jahre einfrieren.

Das Prinzip ist simpel. Du teilst deine Summe in mehrere gleich große Teile und legst sie mit gestaffelten Laufzeiten an. Bei 40.000 Euro also zum Beispiel 10.000 Euro für ein Jahr, 10.000 für zwei, 10.000 für drei und 10.000 für vier Jahre.

Nach zwölf Monaten wird der erste Teil frei. Brauchst du das Geld, nimmst du es. Brauchst du es nicht, legst du es wieder für vier Jahre an. Ab dem vierten Jahr hast du eine Konstruktion, in der jedes Jahr ein Viertel deines Kapitals verfügbar wird, während der Rest zu den besseren Konditionen längerer Laufzeiten arbeitet.

Der eigentliche Vorteil ist weniger die Rendite als die Zinsunabhängigkeit. Du triffst nie die Entscheidung, ob jetzt der richtige Moment für eine Festlegung ist, sondern verteilst diese Entscheidung über Jahre. Steigen die Zinsen, profitierst du jährlich mit einem Viertel. Fallen sie, hast du drei Viertel noch zu alten Konditionen laufen.

Damit die Sache funktioniert, brauchst du Ordnung. Eine simple Tabelle mit Bank, Betrag, Zinssatz und Fälligkeitsdatum reicht völlig. Und Kalendererinnerungen, denn manche Institute verlängern automatisch, wenn du nicht rechtzeitig widersprichst, oft zu deutlich schlechteren Konditionen als beim Abschluss.

Bevor du überhaupt in eine Treppe einsteigst, sollte allerdings der Notgroschen stehen. Drei bis sechs Monatsausgaben, jederzeit verfügbar, auf einem Tagesgeldkonto. Erst was darüber hinausgeht, gehört in gebundene Anlagen.

Sparzinsen oder doch lieber ETFs?

Das ist keine Entweder-oder-Frage, auch wenn sie im Netz gern so gestellt wird. Die beiden Dinge lösen unterschiedliche Aufgaben.

Tagesgeld und Festgeld sind nominal sicher. Was du einzahlst, bekommst du zurück, plus Zinsen. Kursschwankungen gibt es nicht. Der Preis dafür ist eine Rendite, die langfristig knapp über oder sogar unter der Inflationsrate liegt. Als Vermögensaufbau taugt das nicht, als Sicherheitspuffer und für Ziele innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre ist es genau richtig.

Breit gestreute Aktien-ETFs haben historisch deutlich höhere Renditen gebracht, schwanken aber erheblich. Rückgänge von dreißig Prozent und mehr hat es mehrfach gegeben, und die Erholung hat manchmal Jahre gedauert. Wer Geld in fünf Jahren sicher braucht, hat an der Börse nichts verloren. Wer fünfzehn Jahre Zeit hat und Schwankungen aushält, für den sieht die Rechnung anders aus.

Eine grobe Aufteilung, mit der viele gut fahren: kurzfristig benötigtes Geld und Notgroschen aufs Tagesgeld, mittelfristige Ziele ins Festgeld, langfristiger Vermögensaufbau in breit gestreute Wertpapiere. Das ist keine Anlageberatung, sondern nur die Beschreibung, wie sich die Produkte in ihren Eigenschaften unterscheiden.

Was du dabei nie vergessen solltest: Auch beim ETF fällt Abgeltungsteuer an, und der Sparerpauschbetrag gilt für alle Kapitalerträge zusammen. Wer ihn schon mit Zinsen ausschöpft, hat für Dividenden nichts mehr übrig.

Ein Punkt, der in der Diskussion regelmäßig untergeht: Der psychologische Faktor entscheidet häufig mehr als die Mathematik. Wer bei jedem Kursrutsch schlecht schläft und dann verkauft, fährt mit einem soliden Festgeld besser als mit dem theoretisch renditestärkeren Depot. Ehrlichkeit gegenüber sich selbst ist hier wertvoller als jede Renditetabelle.

So findest du das beste Angebot für dich

Bevor du irgendein Konto eröffnest, geh diese Punkte durch:

  • Kläre zuerst, wann du das Geld brauchst. Danach entscheidet sich Tagesgeld oder Festgeld, nicht andersherum.
  • Vergleiche den Zins für Bestandskunden, nicht nur den Aktionszins. Notiere das Enddatum der Aktion.
  • Prüfe die Obergrenze, bis zu der der beworbene Satz gilt.
  • Schau nach, welches Land für die Einlagensicherung zuständig ist und ob du mit dieser Bankenlizenz einverstanden bist.
  • Achte auf Kosten: Kontoführung sollte kostenlos sein, ebenso Ein- und Auszahlungen auf das Referenzkonto.
  • Kontrolliere, ob Zinsen monatlich, quartalsweise oder jährlich gutgeschrieben werden. Häufigere Gutschrift bedeutet Zinseszins.
  • Erteile den Freistellungsauftrag direkt bei der Eröffnung, sonst zahlst du unnötig Steuern vor.
  • Halte fest, ob sich Festgeld automatisch verlängert und bis wann du kündigen musst.

Und eine Sache noch, die in keiner Checkliste steht: Rechne den Ertragsunterschied in Euro um, bevor du dich für ein Angebot entscheidest. Prozentpunkte klingen immer nach viel. Bei kleineren Summen ist der Unterschied zwischen Platz eins und Platz fünf im Vergleich oft ein zweistelliger Betrag im Jahr, und dafür lohnt sich kein neues Onlinebanking mit neuer App und neuem TAN-Verfahren.

Praktischer Tipp am Rande: Leg dir für Zinskonten eine eigene kleine Übersicht an, egal ob als Tabelle auf dem Rechner oder auf einem Blatt Papier im Ordner. Bank, Betrag, Zinssatz, Aktionsende, Freistellungsauftrag. Das klingt spießig, spart dir aber jedes Jahr mehr Geld als die Suche nach dem allerletzten Zehntelprozent, weil du keine Frist mehr verpasst und beim Steuerkram nichts übersiehst.

Häufige Fragen

Wie oft ändern sich Sparzinsen?

Beim Tagesgeld jederzeit, in bewegten Marktphasen auch mehrmals im Quartal. Festgeldzinsen sind für die vereinbarte Laufzeit garantiert und ändern sich während dieser Zeit nicht.

Lohnt sich ein Wechsel wegen 0,2 Prozentpunkten?

Rechne es in Euro um. Bei 10.000 Euro sind das 20 Euro im Jahr vor Steuern. Bei 100.000 Euro sind es 200 Euro. Die Antwort hängt allein an deiner Anlagesumme.

Sind ausländische Banken riskanter?

Innerhalb der EU gilt überall die gesetzliche Sicherung von 100.000 Euro pro Kunde. Der Unterschied liegt in der Finanzkraft des jeweiligen Sicherungssystems und in der Abwicklungsdauer im Ernstfall.

Muss ich Zinsen in der Steuererklärung angeben?

Bei deutschen Banken nicht, sofern der Freistellungsauftrag passt oder die Steuer bereits abgeführt wurde. Bei ausländischen Banken ohne deutsche Niederlassung musst du die Erträge selbst angeben.

Was passiert am Ende der Festgeldlaufzeit?

Entweder wird das Geld aufs Referenzkonto überwiesen oder das Festgeld verlängert sich automatisch. Welche Variante gilt, steht im Vertrag, und du kannst es meist im Online-Banking umstellen.

Kann ich Festgeld vorzeitig auflösen?

Nur wenn die Bank das erlaubt, und dann meist mit deutlichem Zinsabschlag. Plane also lieber knapper als zu großzügig.

Wie viele Tagesgeldkonten darf ich haben?

So viele du willst. Beachte nur die Grenze der Einlagensicherung pro Institut und die Aufteilung des Freistellungsauftrags.

Bringt monatliche Zinsgutschrift wirklich mehr?

Ein wenig, weil bereits gutgeschriebene Zinsen mitverzinst werden. Bei üblichen Sätzen und Summen ist der Unterschied klein, aber er kostet dich nichts.

Fazit

Der beste Sparzins ist nicht der höchste in irgendeiner Tabelle, sondern der, den du unter deinen Bedingungen tatsächlich bekommst und behältst. Verfügbarkeit, Sicherungssystem, Steuern und Bequemlichkeit gehören genauso in die Rechnung wie die Prozentzahl.

Wer sein Geld sinnvoll aufteilt, ein Polster jederzeit verfügbar hält und den Rest gestaffelt anlegt, muss keine Zinsprognosen treffen. Das ist der eigentliche Gewinn, deutlich mehr wert als die letzte Nachkommastelle.

Und weil sich Konditionen ständig ändern: Die Zahlen in diesem Artikel sind Platzhalter zur Veranschaulichung. Prüfe vor jeder Kontoeröffnung die aktuellen Angebote direkt beim Anbieter, samt Datum und Bedingungen. Ein Vergleich von vor sechs Monaten ist heute nur noch eine nette Erinnerung.

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